Das 20. Govend-Camp wurde mit Erfolg beendet

Das Govend-Camp ist eine alte Tradition. Seit 20 Jahren versammeln sich junge KurdInnen aus ganz Europa um ihre Govend-Kultur zu verstärken.

NACHRICHTENZENTRUM – ROJACIWAN

Das jährliche Govend-Camp ging dieses Jahr in das 20. Veranstaltungsjahr. In Nideggen wurde das Camp zwischen dem 22-30. Dezember 2017 verwirklicht. Das Govend-Camp wird traditionell jedes Jahr von Tev-Çand organisiert. Dieses Jahr wurde es Şehîd Firaz Dağ gewidmet. Mit einer Teilnahme von 60 SchülerInnen, 10 SchülerInnen die letztes Jahr ihre Govend-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und 7 LehrerInnen hat das Camp angefangen. Eines der Lehrer ist Weliyê Botan. Er hielt eine informative Rede über die Geschichte des Govend-Camps. Vor allem betonte er die Schwierigkeiten, die sich den Govend-Tänzern in den Weg stellten: „1997 wurde das erste Govend-Camp unter dem Namen Şehîd Sarya mit vier Lehrern verwirklicht. Dieses Jahr sind wir im 20. Jahr des Govend-Camps. Innerhalb diesen 20 Jahren haben wir uns sehr weiterentwickelt. Nun sind unsere Möglichkeiten viel größer, es gibt Hunderte von Menschen die unsere Instrumente spielen. Wir müssen jedoch zur Sprache bringen, dass 20 Jahre nicht so leicht vorüber gegangen sind. Doch mit diesen Schwierigkeiten sind wir am heutigen Tag angekommen. Die Familien stellten sich gegen uns, sie wollten ihre Kinder nicht zum Camp gehen lassen, oft hat die Polizei Razzien gemacht und versucht uns zu kontrollieren.“

Aufbau des Camps
Das Camp dauerte acht Tage an. Seit Jahren gibt es ein klares System innerhalb des Camps. Es gibt vier Lehrjahre. Das erste Lehrjahr ist für Anfänger. Ziel ist es jedes Jahr das eigene Lehrjahr erfolgreich zu beenden, das heißt die Govend-Prüfung zu bestehen und ins nächste Lehrjahr über zu gehen. Schafft man die Prüfung nicht, ist das kein Problem- man kann auch wiederholen. Am Ende des Camps finden die Govend Prüfungen statt. Nach der Prüfung erhalten die Jugendlichen die weiter gekommen sind ein Zertifikat und werden somit zu fertig Ausgebildeten Lehrern.
Das vierte Lehrjahr ist etwas anspruchsvoller. Lehrer Botî erklärt das folgendermaßen: „Da das vierte Lehrjahr das Letzte ist, und die SchülerInnen nach erfolgreichem Abschluss zu LehrerInnen werden, bekommen die SchülerInnen einen Ordner. Denn wenn sie dann in die Gesellschaft gehen sind sie Lehrer. Und Lehrersein ist keine einfache Sache. Im vierten Lehrjahr müssen die Jugendlichen den Inhalt dieses Ordners gut nachforschen. Sie müssen die Lieder eines bestimmten Gebiets, seine Essenskultur, seinen Kleidungsstil und viele weitere Sachen gut wissen. Denn wenn wir von Kultur sprechen sprechen wir ja nicht nur von Govend. Das versteht auch die Bevölkerung falsch. Natürlich kommt uns Govend in den Sinn, wenn wir an Kultur denken. Doch die Bedeutung der Kultur ist viel umfangreicher. Gesang, Wasser, Erde, Hochzeit… alles ist in der Kultur beinhaltet. Wir wollen unsere Kultur mit unseren Schülern der Bevölkerung besser zu verstehen geben.“

Mit einem Moralabend neigte sich das Camp dem Ende zu
Die SchülerInnen des Govend-Camps haben jeden Tag volles Programm. In den verschiedenen Seminaren lernen sie abwechselnd die Govend der verschiedenen Gebiete Kurdistans. Semsûr, Botan, Koçgirî, Agirî, Riha, Gimgim, Amed und Colêmerg wurde in den Kursen gelehrt. Außerdem gab es auch Kurse zum Thema Rhythmus, traditionelle Kleidung, Wissenschaft und Kunst, Geschichte Kurdistans.
Dieses Jahr haben 2 SchülerInnen das vierte Lehrjahr erfolgreich abgeschlossen, und wurden somit zu neuen Govend-LehrerInnen. Zum Schluss wurde mit der 8. Govend-Konferenz die Arbeiten eines Jahres bewertet. Anschließend wurden elf Leute in die Leitung reingewählt.

Mit eine Moralabend neigte sich das Camp dem Ende zu. Dafür organisierten die SchülerInnen Theater, Govend und Gesang.