Graue Wölfe in Deutschland: Infos und Strukturen

türkfaschosklick

Seit den 70er Jahren sind türkische Faschisten auch in Deutschland in Vereinen und Verbänden organisiert. Früher mit guten Kontakten zu Deutschen Nazis und in die Politik, die sie gut und gerne unterstütze. Hunderte Gewaltaten und Morde gehen auf ihr Konto, allein in der BRD. Es kann deswegen nicht schaden, sich ihre Strukturen mal etwas genauer anzuschauen.

NACHRICHTENZENTRUM – ROJACIWAN

Geschichte

Zur Analyse der historischen Wurzeln der “Grauen Wölfe” ist es notwendig, die türkische Geschichte bis zur Bewegung der “Jungtürken” in der Zeit der Jahrhundertwende und des Zusammenbruchs des Osmanischen Reiches zurückzuverfolgen. Diese “Jungtürkische” Bewegung, in der Mustafa Kemal, der spätere Gründer der Türkischen Republik, schon über entscheidenden Einfluß verfügte, war bereits in ihren Anfängen vom großtürkischen Chauvinismus geprägt, mit dem Bestreben, die Reste des auseinanderbrechenden Osmanischen Reiches zusammenzuhalten. Der Unabhängigkeitskampf der nichttürkischen Völker wurde als Verrat am “gemeinsamen osmanischen Vaterland” betrachtet. Das Ziel der “jungtürkischen” Führer war die Zangsassimilation aller im Reichsgebiet lebenden Völker, d.h. die Türkisierung der Albaner, Armenier, Araber, Bulgaren und Kurden. Nachdem die “Jungtürken” im Jahre 1908 die Macht übernommen hatten, wurde bereits im Jahre 1909 die Organisationsfreiheit für Minderheiten beseitigt und türkisch zur offiziellen Sprache in allen Schulen und Verwaltungen erklärt.

Diese rassistische Politik der Zwangsassimilation begünstigte die Verbreitung des Turanismus, “die Einheit aller Turkvölker von Innerasien bis zum Balkan”. Ziya Gölap, einer der “jungtürkischen” Turanisten rief damals aus: “Vorn die Flagge, in der Hand das Bajonett, im Herzen Gott. Wir wollen Herrscher über die Welt sein.”

Panturkischeinvloedzone2(So wird sich in etwa die größe diese Reiches, dem Zusammenschluss aller Turkvölker vorgestellt)

1908 gründeten die Turanisten die heute noch existierenden nationalistischen Vereinigungen “Türk Ocagis”, welche mit allen Mitteln das “Reich Turan” (“die Wiege des Volkes und das Ursprungsland der Rasse”) ereichen sollten. Die “Türk Ocagis” hatten dabei folgende Aufgabe: “Arbeiten an der nationalen Erziehung des türkischen Volkes, dem wichtigen Bestandteil des Islamismus, an der Hebung seines intellektuellen, sozialen und ökonomischen Niveaus, an der Vollendung der türkischen Sprache und Rasse.”

Die Einheit der Reste des Osmanischen Reiches und damit die Grundlage der Türkischen Republik bauen auf der Vernichtung ganzer Völker auf. Die “Jungtürken” nutzten den Ausbruch des 1.Weltkrieges, an der Seite Deutschlands stehend, dazu, den bereits vor dem Krieg ausgearbeiteten Plan zur Ausrottung der “fremdländischen” Armenischen Bevölkerung in die Tat umzusetzen. Von etwa 2 Millionen im Osmanischen Reich lebenden Armeniern blieben nicht mehr als 100.000 am Leben. Nachdem es in Kurdistan zu zahlreichen Aufständen gekommen war, begannen die “Jungtürken” mit der planmäßigen Vernichtung des kurdischen Volkes. Dieser fielen in den Jahren 1914 bis 1918 mehr als 700.000 Kurdinnen und Kurden zum Opfer.

Die Niederlage des Osmanischen Reiches an der Seite Deutschlands im 1.Weltkrieg besieglete sein endgültiges Ende und durchkreuzte die Pläne zur vollständigen Vernichtung des kurdischen Volkes.

Jetzt organisierte Mustafa Kemal das sogenannte türkische Bündnis, um die verbliebenen Reste des Osmanischen Reiches mit den Besatzungsmächten England und Frankreich aufzuteilen.

Der Turanismus war kein geeignetes Mittel, die Völker der Region für den Kampf gegen die Kolonialmächte zu mobilisieren. Mustafa Kemal sprach nicht mehr von der “türkischen Nation” sondern vom “islamischen Staat”. Nur hiermit gelang es ihm, die kurdischen Scheichs für den letztendlich erfolgreichen Aufstand gegen die Kolonialmächte zu gewinnen.

Nach der Gründung der türkischen Republik im Jahre 1923 wurde der Nationalismus wieder zur herrschenden türkischen Staatsauffassung. Ziel war die Errichtung eines nationalistischen völkischen Staates mit dem Herrschaftsinstrument des Türkismus, der die Existenz aller anderen Völker negierte. 1923 wruden 300.000 Angehörige des Pontus-Volkes, einer griechischen Minderheit, massakriert. Im Jahr 1924 wurden alle kurdischen Schulen, Vereinigungen und Publikationen verboten. Von dort an existierten offiziell keine Kurdinnen und Kurden mehr.

Auf dieser Grundlage erlebte der Turanismus in den 30er Jahren als Panturanismus, mit der Untertützung Nazi-Deutschlands eine Renaissance. Hitlerdeutschland versuchte stets die Türkei an sich zu binden und nutzte dazu die panturanistische Bewegung. Als Gegenleistung unternahmen die Panturanisten den gescheiterten Versuch, die Türkei an der Seite des deutschen Faschismus aktiv in den 2. Weltkrieg zu ziehen.

In den folgenden Jahren zog es die geschwächte Bewegung vor, hinter den Kulissen für ihre Politik zu arbeiten. In den 60er Jahren konzentrierte sich die faschistische Bewegung unter der Führung von Alpaslan Türkes darauf, die Jugend für die panturanistische Ideologie zu gewinnen. Es wurden die ersten Kommandolager gegründet, in denen Jugendliche eine militärische Ausbildung erhielten und einer gezielten Gehirnwäsche unterzogen wurden. Nachdem die Kommandos aufgebaut waren, wurde im Jahre 1969 die MHP (Millietci Hareket Partisi = Nationalistische Bewegungspartei) gegründet. Zum Symbol der Partei wird eine Fahne mit drei auf dem Rücken gekehrten Halbmonden, diese sind der Fahne der Okkupationstruppen der osmanischen Besatzungsarmee entnommen.

türkes(Alpaslan Türkes macht den Gruß der Grauen Wölfe)

In den Kommandolagern wruden bis zu 100.000 Kommandoangehörige ausgebildet. Diese Kommandos erhielten dann den Namen “Bozkurtcula” (“Graue Wölfe”), in Erinnerung an das Tier, das entsprechend der panturanistischen Legende die letzten türksichen Stämme aus den Altai- Gebirgen in Zentralasien geführt und damit gerettet hatte.

Ab 1968 begannen die türkischen Faschisten mit ihren Gewaltaktionen gegen die erstarkende türkische Linke. Bis 1980 begingen die “Grauen Wölfe” mehr als 5000 Morde in der Türkei und Kurdistan. 1975 wurde die MHP zum Bündnispartner der konservativen Gerechtigkeitspartei (AP) unter dem damaligen Ministerpräsidenten und jetzigen Staatspräsidenten Demirel und damit Regierungspartei. Alpaslan Türkes wurde stellvertretender Ministerpräsident und hatte damit volle staatliche Rückendeckung für den organisierten Terror gegen die Opposition.

Nach dem Militärputsch 1980 wurde die MHP verboten, was sie aber nicht daran hinderte unter anderem Namen ihre Politik fortzusetzen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren schon weite Teile des Militärapperates und der staatlichen Verwaltung von MHP-Anhängern durchsetzt. Zur Hauptagitationsebene wurden Moscheen und islamische Vereine auserkoren. Ihre Funktion die demokratische Opposition zu terrorisieren war an die Militärjunta übergegangen. Ende der 80er Jahre wurde das Verbot der MHP offiziell wieder aufgehoben.

 

Graue Wölfe in Deutschland


(Beitrag von Frontal 21)

Die türkischen Faschisten begannen bereits Ende der 60er Jahre damit, sich in der Bundesrepublik zu organisieren. Die Organisierung erfolgte auf der Basis von Vereinen, die als “Türkische Gemeinschaften”, “Idealistenvereine” oder einfach als “Kulturvereine” bezeichnet wurden. Eine MHP-Auslandsvertretung existierte offiziell seit 1973, inoffiziell aber bereits Ende der 60er Jahre. Diese hatte, mit ihrer Zentrale in Ludwigshafen, in der BRD in 40 Städten Zweigstellen.

Bereits 1970 ergab sich eine enge Kooperation zwischen der faschistischen türkischen MHP und der faschistischen deutschen NPD. Dieses belegt ein reger Briefwechsel zwischen beiden “Parteiführern” Alpaslan Türkes und Adolf von Thadden. Während Türkes von der “unbedingten Aktionseinheit der MHP mit der NPD” sprach, regte von Thadden einen intensiven Jugendaustausch zwischen beiden Parteien an. Von Thadden ließ es sich nicht nehmen, eine persönliche Einladung für Türkes auszusprechen, um so “über die Probleme unserer Länder zu sprechen und nach Wegen gegenseitiger Unterstützung zu suchen”. Im Jahre 1977 bedankte sich Türkes wortreich für die großzügige finanzielle Unterstützung der NPD für den Wahlkampf der MHP. Der “Nationalistische Schülerbund” gründete 1980 eine sog. Aufbauorganisation zur Erfassung in der BRD lebender türkischer Jungfaschisten. Die Waffenbrüderschaft der deutschen und türkischen Faschisten war wieder hergestellt.

adolfvonthadden(Adolf von Thadden, damals Parteivorsitzender der NPD)

Die Entwicklung der türkischen faschistischen Bewegung in der BRD ist untrennbar mit der Situation in der Türkei und Kurdistan verbunden.

Nachdem die MHP, daß Ende 1976 vom türkischen Verfassungsgericht gemäß des Parteiengesetzes ausgesprochene Verbot von Auslandsorganisationen bereits im Vorgriff mit der Auflösung ihrer BRD-Organisationen am 28.07.1976 und einer Umstrukturierung in sog. “unabhängige” Idealistenvereine unbeschadet überstanden hatte, wurde der Terror gegen die türkische und kurdische Opposition systematisch ausgeweitet.

Die MHP-Idealistenvereine verübten zahlreiche Morde und Anschläge gegen türkische und kurdische Linke. Das bekannteste Beispiel für diesen Terror ist der Mord an dem Lehrer und Gewerkschaftler Celattin Kesim in West- Berlin am 5. Januar 1980.

1980.celalettin.kesim(Zeitungsartikel der TAZ über den Mord an Celattin Kesim)

Zur besseren Koordination schlossen sich im Juni 1978 die verschiedenen Vereinigungen zur “Föderation der demokratisch-idealistischen türkischen Vereine in Europa/Türk-Föderation” zusammen. Die in Frankfurt a.M. ansässige deutsche Untergrundorganisation ist die zentrale Schaltstelle der MHP in der BRD. Zur 17. Jahreshauptversammlung der Türk-Föderation kamen am 26. November 1994 mehr als 10.000 Anhänger der MHP in Sindelfingen, unter der Teilnahme des türkischen Botschafters zusammen.

Einzelne Strukturen
In Deutschland verteilen sich die Grauen Wölfe ingesammt auf drei große Organisationen. Die 1978 gegründete “Türk Federasyon”, die 1987 gegründete “ATIB” und “ATB” 1992 gegründet. Heute ist die Verteilung der etwa 300 Vereine Deutschlandweit wie folgt:

Grafik1

 

Türk Federasyon – Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Europa“ (ADÜTDF)
avrupa_turk
Vereine: Ungefähr 160
Sitz: Frankfurt
sentürk_dogruyol(Führung: Sentürk Dogruyol)

 

ATIB – Union der türkisch-islamischen Kulturvereine in Europa
atiblogo
Vereine: Ungefähr 120
Sitz: Köln (Neusser Straße 553, 50737 Köln)
ihsan öner(Führung: Ihsan Öner)

 

ATB – Verband der türkischen Kulturvereine in Europa
ATBlogo
Vereine: Ungefähr 20
Sitz: Mörfelden (Waldecker Str. 4 64546 Mörfelden-Walldorf)
AGL GB(Führung: Erol Yazıcıoğlu [Mitte])

Aktuelle Lage

Was sowohl in dem Beitrag von Frontal 21 zu erkennen ist, aber auch bei eingehenderen Recherchen, ist einerseits die Verstrickung der Türkischen Faschisten mit der Deutschen Politik und andererseits die unreflektierte Zusammenarbeit von Vereinen und Organisationen mit diesen Faschisten.

(Beitrag des WDR über Graue Wölfe in der CDU)

So gibt es zum Beispiel am 14.10 in Frankfurt eine Veranstaltung zum 30. jährigen Bestehen der ATIB zusammen mit verschiedene Organisation wie etwa der IZ (Islamische Zeitung) die eigentlich vorgibt gegen Nationalismus und ähnliche Dinge zu sein und deren Chefredaktuer sogar einen Preis für Interkulturellen Dialog bekommen hat.
jung-muslimisch-...-large

Osmanen Germania

Wurde 2015 gegründet und umfasst etwa 2500 Mitglieder und 40 Chapter. Die Osmanen Germania Boxclub spielen eine entscheidende Rolle für Erdogan und seine Machenschaften.

osmanen germania

 

So sind sie besonders nach dem Putsch im Februar 2016 oder gegen die Armenienresolution im Bundestag auf Demonstrationen als Ordner oder ähnliches aufgetreten.

Eine übergroße türkische Flagge wird am 01.06.2016 in Berlin am Brandenburger Tor auch von Mitgliedern der Osmanen Germania gehalten. Nach Angaben der Polizei protestierten 1000 Türken gegen die geplante Bundestagsresolution zum Völkermord in Armenien. Foto: Paul Zinken/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |


(Report München Beitrag über die Osmanen Germania)

 

Mehr Infos:

Graue Wölfe heulen wieder (Buch): HIER
Wie die “Grauen Wölfe” nach Deutschland kamen (AIB): HIER
Webstory vom ZDF zu den Grauen Wölfen: HIER
Merkblatt zu Symbolen der Grauen Wölfe: HIER